Die Gentrification macht auch vor dem Tacheles nicht halt…

Am Dienstag (04.09.2012) wurde das Tacheles in Berlin friedlich geräumt. Viele Zeitungen berichteten darüber und mir kam es so vor, als wenn das alles still und leise über die Bühne geht.

Gleich denken musste ich an den sehr guten Protestspruch, der Anfang des Jahres am ebenfalls geschlossenen Klub der Republik hang:

„Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut, die letzte Dachetage ausgebaut, der letzte Klub abgerissen, der letzte freie Lebensraum zerstört ist, werdet ihr feststellen, dass der Prenzlauer Berg die Kleinstadt geworden ist, aus der ihr einst geflohen seid.“

Die Frage ist halt in was für einer Stadt wir Leben möchten…

Sie geben es offen zu. Nur scheint es niemanden zu interessieren…

In der gestrigen Ausgabe der Tageszeitung jW ist ein für mich bezeichnender Artikel erschienen. Es handelt sich um den Artikel: „Schlachtfeld Innenstadt“

http://www.jungewelt.de/2012/09-04/056.php

Für mich ist dieser Artikel so sensationell, da sich für mich damit das Bild verdichtet, das der Staat bei einem Aufstand der Bevölkerung die gehirngewaschenen Soldaten der Bundeswehr auf uns los lässt um seine Macht zu erhalten. Alle regen sich über Assad auf der seine eigene Bevölkerung massakriert weil es für Ihn „Aufständische und Terroristen“ sind. Genau das gleiche Lese ich hier auch immer wieder. Die Bundeswehr soll zur Terrorabwehr im Innern eingesetzt werden. Jeden „normalen“ Bürger zu einem Terroristen zu machen ist mit den Paragraphen 129a und b wohl kein großes Problem.

Es ist vielleicht auch alles ein bisschen weit her geholt nur frage ich mich dann wieder was das eigentlich soll und um auf die aktuelle Ausgabe des brandeins Magazins zu verweisen: „Wem nützt’s eigentlich?.

Das sich Menschen leichter regieren lassen wenn sie Angst haben ist ja ein alter Hut. Nur bin ich der Meinung in den letzten Jahren zu beobachten wie der Staat seinen Repressionsapperat immer weiter Ausbaut und sich immer mehr Räume schafft um die eigene Bevölkerung zu kontrollieren.

Die Erkenntnis hier sollte sein, dass Gleichgültigkeit, Egoismus und Politikverdrossenheit eine sehr gefährliche Mischung ist. Die Bürger eines Staates sollten nämlich das Interesse haben Ihren Staat zu kontrollieren und Dinge kritisch zu hinterfragen. Die Demokratie lebt nämlich von der Partizipation der Menschen die in Ihr Leben. Wenn wir uns alle nur noch regieren lassen und kein eigenes Interesse mehr Zeigen, haben wir bald das Maschinengewehr an der Schläfe.

Übrigens. Es geht wieder weiter mit meinem Blog ;-)