Das alte Urheberrechtsmonster

Passend zu meinem letzten Artikel bezüglich der Blogparade gegen die GEMA, habe ich nun heute auf Spiegel Online diesen Artikel gesehen: LINK

Urheberrechtsabgabe für ALLE!

Es geht in dem Artikel im Kern darum, dass die ZPÜ (Zentralstelle für private Überspielungsrechte) nun von ALLEN großen Handyherstellern in der Welt verlangt, dass diese eine pauschale Abgabe von z.Bsp. 36 Euro an die ZPÜ zahlen. Der Hintergrund ist das Padawan-Urteil und das „deutsche“ Verständnis von dem Schutz der Rechteinhaber und der auslegung des Urheberrechts.

Die ZPÜ möchte also nun erwirken, dass die Hersteller für jedes seit dem 01.01.2011 in Deutschland verkauften Smartphone mit mindestens 8 Gigabyte Speicherkapazität, diese Gebühr an die ZPÜ zu zahlen haben. Die Begründung dahinter klingt wie ein sozialistisches Paradies: „Smartphones können auch zum Kopieren genutzt werden“. Damit will uns diese Verwertungsgesellschaft sagen, dass die Smartphones auch unter die Urheberrechtsabgabe Regelung fallen, welche die Rechteinhaber pauschal „entschädigt“ für die wohlmöglich erstellen Kopien mit diesen Geräten.

WTF?!?

Das Klingt und Riecht für mich nach aller bester Lobbyarbeit. Den Herstellern und somit wieder uns Verbauchern pauschal eine Abgabe zahlen zu lassen, weil mit den Geräten die Möglichkeit besteht Inhalte zu Kopieren finde ich eine Frechheit.

Das Problem ist jedoch recht Komplex und die Piraten versuchen mit Ihrem Modell der Kulturflatrate ein Gegenmodell für diese Problematik zu entwerfen. Ich sehe aber nicht den Verbraucher als denjenigen der diese Gebühren zu Zahlen hat, außer er möchte die Inhalte explizit Nutzen. Die Pauschalisierung von Abgaben die einfach jeder Bürger zu zahlen hat, wie es nun bei dem neuen Rundfunkbeitrag der Fall ist, lehne ich jedoch konsequent ab. Warum soll ich für Inhalte bezahlen, welche ich nicht direkt zur Nutzung angefordert habe? Natürlich habe ich die Möglichkeit den Fernseher einzuschalten und dann diese Inhalte zu Konsumieren. Jedoch ist es für Menschen, welche z.Bsp. gar keinen Fernseher besitzen gar nicht Möglich diese Inhalte zu Schauen und somit sollten Sie dafür auch nicht pauschal zur Kasse gebeten werden.

Solidaritätsprinzip für die Verwertungsgesellschaften

Und schon bin ich wieder bei der alten Idee des Solidaritätsprinzips. Es werden also die Unterstützt welche mehr Konsumieren können oder wollen, als die, die es nicht wollen. Das macht bei unserer gesetzlichen Krankenkasse durchaus sinn. Das die, die nicht so viel Krank sind, die Unterstützen mit ihren Beiträgen die mehr oder vielleicht sogar chronisch Krank sind. Dagegen lässt sich aus meiner Sicht nichts sagen. Nur ist dieses Modell für den Konsum von Digitalen Inhalten doch so nicht Anwendbar und auch nicht zweckmäßig für den Verbaucher bzw. Konsumenten.

Die Industrie und die Verwertungsgesellschaften freut es natürlich, wenn alle Zahlen und jedoch nur ein bruchteil der Kundschaft auch wirklich die Dienstleistung in Ansprucht nimmt. Mit einem solchen Modell lässt sich sehr einfach ziemlich schnell viel Geld verdienen.

Sind Abonnements eine Alternative?

Warum denn keine Abos anbieten? Das funktioniert mit SKY und z.Bsp Watchever doch auch. Wer also Nutzen und Konsumieren möchte, der soll auch explizit dafür Zahlen und kann sich somit auch noch Aussuchen welche Inhalte er Abonnieren möchte. Die jenigen die aber nicht Nutzen und Konsumieren möchten, die schließen auch keine Abos ab und haben somit auch nichts zu bezahlen.

Also drückt von mir aus den jenigen die ein Smartphone Kaufen und haben wollen eine Art Nutzungsentgeld extra für dieses Gerät auf. Wie ein Abo für einen PayTV Sender…

 

http://www.vgwort.de/fileadmin/pdf/stellungnahmen/Stellungnahme_Spiegel_Online_Artikel.pdf