Das große Thema Medienkompetenz und der Generationenkonflikt dahinter

Ich bin gerade beim Stöbern in der „Blogosphäre“ auf einen interessanten Artikel von Damian gestoßen. In einem aktuellen Blogbeitrag greift er das Thema auf, warum es immer noch große Probleme gibt, Jugendlichen in der Schule Medienkompetenz beizubringen.

Damian, selber Lehrer an einer Schule in NRW berichtet, wie es um die Medienkompetenz seiner Kollegen bestellt ist. Er zeichnet damit wie ich finde, ein realistisches Bild und beleuchtet dadurch den Generationskonflikt, der uns hier in dieser Situation gegenüber steht.

Als ich den Beitrag von Damian fertig gelesen hatte. Ist mir die Frage durch den Kopf geschossen, warum denn nur sich so viele junge und gut ausgebildete Menschen meiner Generation, sich in die CallCenter von irgend welchen großen Firmen setzen? Wären diese Menschen nicht besser im bereich der Kinder- und Jugendarbeit als Medienpädagogen zu gebrauchen?

Wenn ich von meiner Generation spreche, meine ich die jungen Erwachsenen von heute, die Zwischen 22 und 32 Jahre alt sind.

Ich kann davon selber ein „liedchen Singen“ und war schon in verschiedenen CallCentern tätig. Wenn ich also jetzt wieder auf das Gesellschaftsthema zurück komme. Frage ich mich, ob es besser für die jungen Erwachsenen ist für rund 1000 EUR netto im Monat, der meist älteren Generation bei Ihrer Arbeit im CallCenter, die „technischen Begebenheiten“ eines DSL-Anschlusses oder Ihres iPhone5 zu erklären. ODER den heutigen Jugendlichen und Kindern als „Mentor“ zur Seite zu stehen um deren Medienkompetenz zu fördern…

Ich möchte hier in keinem Fall der älteren Generation das recht auf Beratung absprechen, ABER mir fallen auf anhieb zwei gute Gründe ein, warum da gerade etwas Schief läuft in unserer derzeitigen Gesellschaft.

1. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt in Europa und auch in Deutschland. Somit lassen sich viele junge Menschen finden, die Bereit sind für einen schlechten Lohn in diesen CallCentern zu Arbeiten.

2. Ist es nicht in diesem einen speziellen Fall nicht mal wichtiger „unseren“ Nachwuchs zu fördern? Lieber ein paar verzweifelte ältere Menschen, die mit der aktuellen Technik nicht mehr klar kommen. Als eine ganze Generation X. In der nur noch der reine „Konsum“ von Medialeninhalten im Vordergrund steht und nicht die Differenzierung der dargebotenen Inhalte. Auf welche Weise jetzt auch immer…

Ein alter Bekannte hat mir immer früher gesagt. Zitat: „Das Deutschland eines der kinderfeindlichsten Länder überhaupt ist!“ Zitat Ende.

Meiner Meinung nach ist es essenziell wichtig, das die heranwachsende Generation über eine gute Medienkompetenz verfügen sollte. Besonders das Unterscheiden und Einordnen von Informationen aus den verschiedensten Quellen ist immens wichtig.

Bei dem Thema Datenschutz und Informationelle Selbstbestimmung, wird mir hier schon wieder ganz schlecht, wenn ich nur daran denke. Natürlich hat keiner von uns etwas zu verbergen. Nur ist denn jedem 16 jährigen Facebooknutzer bewusst, dass eben dieses Portal aufgrund seiner Postings und „Likes“ usw… ein persönliches Profil von Ihm erstellt zu weiteren bzw. „persönlich zugeschnittenen Werbeplatzierung“ auf seinem eigenen Profil?!?

Natürlich geht es hier um Geld, so wie immer. Und natürlich interessiert es den 16 jährigen Facebooknutzer nicht ob er nun „personalisierte Werbung“ zu Gesicht bekommt oder nicht. Aber ist es ihm denn bewusst?

Ich finde es scheinheilig, wenn mir ein Lehrer der „älteren Generation“ nun beibringen soll, warum denn nun Facebook „so böse ist“ und er selber jedoch gar kein Facebook Profil besitzt bzw. nie besessen hat.

„Ich glaube, daß nur der erfolgreich ist, der seine Handlungsweise mit dem Zeitgeist in Einklang bringt, so wie der erfolglos sein wird, dessen Vorgehen nicht mit den Zeitverhältnissen übereinstimmt.“

Niccoló Machiavelli (1469 – 1527), italienischer Staatsmann und Schriftsteller

4 thoughts on “Das große Thema Medienkompetenz und der Generationenkonflikt dahinter

  1. Natürlich ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Medienkompetenz entwickeln. Sicher könnte jemand wie du sie glaubhafter über Facebook & Co aufklären als ein älterer Lehrer. Aber damit ist es noch nicht getan. Auch die Lehrer müssten mehr Medienkompetenz entwickeln, weil das Internet heute eigentlich in jeden Unterricht einbezogen werden sollte. Das kann aber sinnvoller Weise nur der Lehrer machen, kein Außenstehender. Keine Ahnung, ob es dafür einen Markt geben würde, aber wie wäre es, wenn du versuchst, Medienkompetenz-Seminare für Lehrer anzubieten?

    • Hallo Ann-Bettina, vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich bin derzeit in der Ausbildung zum Erzieher in Vollzeit. Wird also vom Zeitmanagement schwer, noch Seminare zu geben… Ich finde deinen Vorschlag aber interessant und werde mir mal Gedanken dazu machen. Ich muss nach der Ausbildung ja nicht zwingend nur mit Kindern und Jugendlichen Arbeiten. Danke für deinen Anreiz!

    • Hallo Ann-Bettina,
      wenn Sie gegenüber den digitalen Möglichkeiten im pädagogischen Bereich aufgeschlossen und neugierig sind, dann nehmen Sie einfach Kontakt zu Jürgen Wagner auf: http://www.wagner-juergen.de/
      Er bietet unzählige kostenlose Online-Seminare zu den verschiedensten Tool des Web 2.0 an. Trauen Sie sich einfach, denn diese „Gruppe“ ist absolut top.
      Viel Spaß und seien Sie immer neugierig.
      Heiko Wagner

  2. Es habert doch an unserem gesamten Bildungssystem. Da müssen Fächer durchgeprügelt werden, die völlig nutzlos sind, andere, wichtige Fächer werden zusammengelegt und der Stoff kann garnicht mehr richtig unterrichtet werden. 30 Schüler oder mehr in einer Klasse mit nur einem Lehrer, es werden aber keine Lehrer mehr eingesetzt. Welcher Lehrer kann sich denn da noch um die Fragen der einzellnen Kinder kümmern, er schafft ja kaum den Stoff bis Jahresende durchzubekommen. Generell sollte man das Schulsystem überdenken, mehr Lehrer einsetzen und auch kurzfristig Fächer oder Unterrichtsblöcke einschieben, die auf aktuelle Ereignisse und Neuerungen reagieren und die Jugend darauf vorbereiten.

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